DESCARTES-GYMNASIUM
Neuburg an der Donau
Neuburg an der Donau
naturwissenschaftlich-technologisches
und sprachliches Gymnasium
Gerade weil das Descartes-Gymnasium mit rund 1000 Schülerinnen und Schülern keine kleine Schule ist, legen wir großen Wert auf persönliche Kontakte zwischen allen Mitgliedern der Schulfamilie. Ein wertschätzender Umgang, eine offene und respektvolle Kommunikation und gegenseitige Unterstützung bilden dabei die Basis unserer Schulgemeinschaft. Gemeinsam gestalten wir ein buntes und vielseitiges Schulleben mit zahlreichen Projekten und Veranstaltungen. Neben dem breit gefächerten Bildungsangebot des Gymnasiums wartet das Descartes mit einer Vielzahl von Zusatzangeboten auf, sodass jede Schülerin und jeder Schüler in ihren bzw. seinen individuellen Stärken gefördert werden kann. Dabei bleiben wir nicht stehen, sondern versuchen uns beständig im Lernen, Lehren und Erziehen weiterzuentwickeln und Neues zu entdecken.
Zum Schuljahresende besuchte Dr. Bräutigam, Kinderarzt mit langjähriger Peru-Erfahrung und Mitglied im FKI (Förderkreis Kooperation mit Indigenen in Amazonien e. V.), die Klassen 10a und 10b im Geographie-Unterricht. Er gab Einblicke in das Leben der Urarina, einer indigenen Volksgruppe im peruanischen Amazonas, und zeigte, wie Entwicklungszusammenarbeit vor Ort konkret aussieht. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten dabei reflektiert Fragen nach dem Sinn von Entwicklungszusammenarbeit, ihre Abgrenzung zur Entwicklungshilfe und möglicher Steuergeldverschwendung.
Anschaulich wurde auch die Abgelegenheit der Region: Von Iquitos geht es rund 30 Stunden flussaufwärts per Fähre und Boot; der Rio Chambira ist die zentrale Verkehrsader. Fotos zeigten Stelzenhäuser mit Palmblattdächern, die Ernährung sowie den Brandrodungsfeldbau von Yucca und Kochbananen. Originale Gegenstände wie eine Babyhängematte aus Pflanzenfasern oder eine geflochtene Schlafmatte machten den Alltag greifbar. Der Referent erklärte außerdem, wie sinkende Verfügbarkeit traditioneller Tauschgüter und längere Wege die Lebensgrundlagen verschlechtern.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Amazonia.jpg; source: Flcikr; author: Andre Deak
Gesundheitlich sind Durchfälle, Atemwegsinfekte, Malaria sowie Haut- und Wundinfektionen häufig; Kinder leiden teils unter Mangelernährung, die Säuglingssterblichkeit ist hoch. Der FKI betreibt einen Gesundheitsposten, bildet Gesundheitshelfer aus und versorgt etwa 30 Dörfer regelmäßig mit Behandlungen, Impfungen und Medikamenten – spendenfinanziert, langfristig und in Abstimmung mit den staatlichen Gesundheitsbehörden.
Dr. Bräutigam betonte: Wirksame Entwicklungszusammenarbeit setzt auf lokale Beteiligung, stärkt die Selbstorganisation und schafft nachhaltige Einkommensquellen. Der Workshop machte deutlich, wie eng Ökologie, Ernährung, Gesundheit und Wirtschaft verflochten sind – und dass Entwicklungszusammenarbeit kein „Luxus“, sondern ein langfristiger, respektvoller Prozess mit nachhaltigen Lösungen ist.
Michael Riesinger
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